Ausstellungen

  Einzelausstellungen in Imst:
Galerie Theodor v. Hörmann, 1968, 1978, 1985, 1989
1977 Florenz: Galleria il gabbiano
1979 Luzern: Vollmondausstellung bei Bärbl und Franz Koch-Müller
1980 Imst: Cafe Stadtplatz
1980 Salzburg: Universität
1981 Wien: Galerie Prisma, "Meine Toskana"
1981 Innsbruck: Innsbrucker Werkstatt
1982, 2002 Innsbruck: Kleine Galerie Augustin, "Die gute Erde" (Eröffnung Sieglinde McGregor)
1985 Hall: Gallerie im Fürstenhaus
1987 Innsbruck: Stadtturmgalerie, Variationen zu "Farm der Tiere" von George Orwell
1988 Innsbruck: Kolpinghaus, "luna mundtot"
1989 Innsbruck: Galerie Kass, "Der Mund" (Eröffnung Dr. G. F. Zeillinger)
1992 Imst: Turmgalerie
1997 St. Gerold
1994, 2000 Fiss: Galerie am Kirchplatz (Eröffnung Siegfried Krismer)
1998 Innsbruck: Kolpinghaus (Eröffnung Martha Fuetsch)
2001 Engelsburg Neustift/Brixen (Eröffnung Dr. Georg Pirchner)
2003 Zams: Autohaus Plaseller (Eröffnung Dr. Elke Fahrner-Auer)
2003 Portrait in der Sendung "Menschenbilder" (von H. Gaisbauer)
2004 Tarrenz: Museumsgalerie (Eröffnung Prof. Karl Zauner)
2005 Ladis: Galerie Rechelerhaus (Eröffnung Dr. Josef Walser)
"Herr bleibe bei uns denn es wird Abend werden"
2005 Gründungsmitglied der Künstlergruppe IGNEA
2006 Neustift/Brixen: Ausstellung mit IGNEA
"Lamento - Huldigung an eine zerbrochene Welt"
2006 Veröffentlichung der Biographie in der "Who is Who in Österreich" Personenenzyklopädie

Lamento

Huldigung an eine zerbrochene Welt
Gedanken zu den Werken von Dora Czell

 

Kunst findet in vielen Bereichen und auf vielen Ebenen statt. Nur sehr selten ist sie unmittelbares Zeugnis und unverwechselbarer Ausdruck einer Persönlichkeit. Die Werke von Dora Czell berühren schmerzliche Punkte des Lebens und verwandeln durch die Berührung, durch die Anerkennung der Brüche und der Grenzen die scheinbare Schwäche in eine übergeordnete Stärke.

Kunst als Zeugnis dieser Welt, einer berührbaren Stelle in dieser Welt, einer Seele die lebt und wächst, trotz der Brüche - nein, nicht trotz sondern im Einklang mit diesen. Der Bruch wird aufgehoben, er verwandelt sich und wird zur befreienden Kraft. Noch nie habe ich den Gedanken der Polarität und der Aufhebung der Gegensätze, die Transformation auf eine neue Ebene treffender, klarer und authentischer dargestellt gesehen, wie in den neuesten Werken von Dora Czell. Kunst kann die Seele befreien, diese ist ein Beispiel dafür.

In diesem Sinne sind die neuen Werke, trotz der gänzlich anderen Ausdrucksform, auch verbunden mit den vorangegangenen Arbeiten. Die Knechtschaft nicht zu akzeptieren und unermüdlich für eine freie und glückliche Welt zu kämpfen war immer schon für aufmerksame BetrachterInnen ein sichtbares Anliegen von Dora Czell. In den frühen Werken ist die Radikalität und die erfrischende Frechheit der Künstlerin erst auf den zweiten Blick erkennbar. Inzwischen sind ihre Werke direkter, klarer und trotz dieser uneingeschränkten Härte, schön, warm und erfrischend. Freude und Schmerz vereinen sich zu einem Lebensgefühl, welches diese gegensätzlichen Pole überschreitet.

Günther Fahrner
Freischaffender Künstler und Psychotherapeut
Dr. der Philosophie
Kognitiver Verhaltenstherapeut

 

In den Bildern der Dora Czell bahnt sich, seit längerem, ein goldener, roter Faden seinen Weg. Um in ihren jüngsten Werken einen vorläufigen Höhepunkt zu finden.

Durch den Lauf der Zeit, über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hindurch Beschädigtes, Zerbrochenes, Angekratztes wird von Dora Czell mit Gold gekittet und bedeckt. Sehr stark in Mitleidenschaft Gezogenes ganz in Gold gebettet.

Dora Czell bringt Gold, Blattgold, wie heilsame Pflaster auf die Bruchstellen und Wunden, Risse und Kratzer antiker Statuen und mittelalterlicher Fresken auf, welche fototechnisch auf Leinen fixiert sind.

Diese Symbolik lässt mich an das Grimmsche Märchen vom Mädchen ohne Hände denken: Verletztes, Zerbrochenes, Zerstörtes wird geheilt - durch die Liebe.

Wenn Dora Czell tiefe, alte Wunden und Bruchstellen mit Gold versieht, verweist sie damit auf die Liebe. Auf die Liebe, die alles zu heilen vermag. Gold, wie wir es aus der Ikonenmalerei kennen, steht schließlich auch für den Raum einer möglichen Begegnung mit dem Transzendenten, dem Göttlichen, dem Berührenden, dem Heilenden. Gold ist die symbolische Darstellung für die letzte, tragende Wirklichkeit.

Dora Czells neuste Werke bleiben nicht im Lamento stecken. Sie verweisen vielmehr auf ein Darüberhinaus, ein Weitergehen, ein weiter, wieder und neu Wachsen. Sie weisen einen Weg - hin zu Heilung und Ganzwerden, wider alle noch so raue, verletzende Endlichkeit. Wider eine zerbrochene Welt.

Elke Auer
Dr.in der Theologie